Blues
Am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte sich in den Südstaaten der USA aus der Verschmelzung europäischer Tanz- oder Volksmusik und afrikanischen Rythmen der Blues. Durch die Schallplatte erreichte der Blues in den zwanziger Jahren eine rasche Verbreitung. Der so genannte Klassiche Blues wurde zumeist von schwarzen Sängerinnen, wie zum Beispiel Bessie Smith, dargeboten und oft lediglich mit einem Musikinstrument begleitet, Gitarre oder Klavier, oder einer kleinen Jazzband.
Zeitgleich entstand der Country Blues, der sich durch einzelne Sänger auszeichnete, wie zum Beispiel Papa Charlie Jackson, die sich vorwiegend selbst auf unterschiedlichen Musikinstrumenten begleiteten, dem Klavier oder der Gitarre. Verstärkt kam nun auch die Mundharmonika zum Einsatz. In den 30er Jahren wurde der Blues durch populäre Musik und verstärkt Jazzmusik beeinflusst. Es entstanden Blues-Bands mit Klavier-, Gitarren- und Schlagzeugbegleitung. Die Nachkriegszeit brachte eine weitere Entwicklung hervor: es wurden zunehmend elektrifizierte Musikinstrumente verwendet, zum Beispiel die elektrisch verstärkte Mundharmonika. Bekannte Musiker dieser Bluesepoche waren beispielsweise BB King oder T-Bone Walker.
Der Blues war und bleibt eine variations- und definitionsreiche Musikrichtung, deren zumeist unregelmäßige Rythmik, geprägt von den "Blue Notes", den Musikern viel Raum für Experimente lässt. Viele der heute gängigen Musikformen gehen auf ihn zurück oder übernehmen einige seiner Elemente: so zum Beispiel R'n'B oder Hip Hop. Eine potentielle Namensgeberin für den Blues ist die englische Redewendung "Feeling blue". Die Bluesmusik diente der schwarzen Bevölkerung dazu, ihre Alltagsproblematiken darzustellen. Traurigkeit hört man häufig aus den Texten und Melodien heraus, allerdings kann die vielfältige Musikrichtung auch temperamentvolle Tanzmusik sein.
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